Provinz-Politik bekommt Provinz-Flughafen – so geht es nicht weiter.

Provinz-Politik bekommt Provinz-Flughafen – so geht es nicht weiter.

Christoph Meyer, Landesvorsitzender der FDP Berlin, zur Ankündigung der Fluggesellschaft Ryanair, aufgrund der schlechten Standortbedingungen am Flughafen BER Verbindungen am Hauptstadtflughafen streichen zu wollen:

Provinz-Politik bekommt Provinz-Flughafen – so geht es nicht weiter. Die Ankündigung von Ryanair, Verbindungen vom BER zu streichen, reiht sich in die Kette schlechter Nachrichten für die Stadt. Die Grundlage eines starken Wirtschaftsstandorts ist die gute Erreichbarkeit. Diese einfache Wahrheit vernachlässigt die Berliner Politik seit Jahren. Welches auch nur mittelgroße Unternehmen soll in Berlin investieren, wenn die Stadt nicht ausreichend angebunden ist? Auch ist der Tourismus ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Berlin: Allein 2024 lag die Wertschöpfung laut Investitionsbank Berlin bei rund 8,7 Milliarden Euro. Wer dies alles ignoriert, gefährdet Arbeitsplätze und Wachstum. 

Der Berliner Senat muss jetzt handeln und den BER endlich wettbewerbsfähig machen und die Auslastung deutlich erhöhen. Dazu gehört, eine Strategie zu entwickeln, welche auf Entwicklung neben den beiden Quasi-Monopolisten Lufthansa im Passagierbereich und DHL im Cargobereich setzt. Dazu gehört auch eine Überprüfung der Start- und Landeentgelte und ebenso eine offene Debatte über die Aufhebung des Nachtflugverbots. Zeitnah muss der Senat Kontakt zu Ryanair aufnehmen, um die geplanten Streichungen möglichst noch zu verhindern. 

Internationale Metropolen und sogar deutsche Kleinstädte leisten sich leistungsfähige Flughäfen – keine Symbolpolitik. Die Hauptstadtregion kann sich keinen Provinzflughafen erlauben.